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Magnus Lindberg (*1958): Klarinettentrio

Der Finne Magnus Lindberg gehört zu den international bekanntesten Komponisten unserer Zeit. Er studierte unter Paavo Heininen und Einojuhani Rautavaara an der Sibelius-Akademie in Helsinki Komposition. In seiner Jugend war Lindberg ein leidenschaftlicher Avantgardist, der u.a. mit seinen Mitstudenten Kaija Saariaho und Esa-Pekka Salonen den Verein „Korvat auki“ (dt. „Ohren auf“) gründete, der die Förderung und Bekanntmachung der zeitgenössischen Musik zum Ziel hat. Seit Anfang der 1980er-Jahre veranstaltete der Verein, ohne Scheu vor finanziellen Risiken und konservativen Kritikern, zahlreiche Konzerte der experimentellen neuen Musik in Finnland. Während des letzten Jahrzehnts hat Lindbergs Musik sich in eine traditionellere und tonalere Richtung verändert, jedoch ohne ihre zwei wichtigsten Eigenschaften zu verlieren: die komplexe Rhythmik und die klaren Effekte und Stimmungen, die einen tief musikalischen Eindruck machen.

Magnus Lindberg hat viele international wichtigen Kompositionspreise erhalten: Prix Italia (1986), UNESCO International Rostrum of Composers (1986), Nordic Music Prize (1988) und den Sibelius-Preis der Wihuri-Stiftung (2003). 

Magnus Lindbergs eigenes Instrument ist das Klavier, und er ist als virtuoser und tiefsinniger Interpret seiner eigenen Musik bekannt. Er hat auch viele Werke geschrieben, in denen die Klarinette eine wichtige Rolle spielt, z.B. das Klarinettenquintett (1992) und das Konzert für Klarinette und Orchester (2001–2002). Die beiden Kompositionen wurden von dem berühmten finnischen Klarinettisten Kari Kriikku uraufgeführt, dessen Virtuosität auch viele andere finnische Komponisten inspiriert hat, wichtige neue Stücke für Klarinette zu schreiben. Lindbergs neuestes Klarinettenwerk, das Klarinettentrio (2008) wurde im Musikfestival in Bergen von dem Klarinettisten Chen Halevi, dem Cellisten Anssi Karttunen und dem Komponisten Lindberg selbst uraufgeführt.

Magnus Lindbergs Klarinettentrio hat drei Sätze. Der erste Satz beginnt mit den brummenden Figuren im tiefen Register des Klaviers. Nach der Einleitung des Klaviers spielen das Violoncello und die Klarinette, auch im tiefsten Register bleibend, mit. Der erste und gleichzeitig auch längste Satz des Werkes endet in jubelndem C-Dur. In den Harmoniepassagen am Ende des Satzes ist womöglich der Einfluss des französischen Komponisten Maurice Ravel zu erkennen.

Der zweite Satz des Werkes beginnt mit einem Duett der Klarinette und des Violoncellos, das von leisen Klavierakkorden begleitet wird. Die Musik wird aber bald heftiger, bis die hohen Figuren der Klarinette und die Glissandi des Klaviers zu hören sind. Am Ende des Satzes beginnt die Klarinette sogar ein virtuoses Solo zu spielen, aber die letzten Takte blenden in pianissimo aus. Der dritte Satz dagegen beginnt mit einem Violoncellosolo, nachdem alle drei Instrumente damit angefangen haben, die stark akzentuierte Textur in der Manier einer Toccata mitreißend zu spielen. Die Schlusskulmination des dritten Satzes, in der die Komposition, begleitet von den starken Akkorden des Klaviers, das C-Dur erreicht, ähnelt dem Ende des ersten Satzes.

Die Klarinettentrios von Beethoven und Brahms gehören zu den wichtigsten Kompositionen des Genres. Obwohl man nicht direkt von “Ähnlichkeit“ sprechen kann, ist Lindberg sich bei seiner neuen Komposition sicher dieser Tradition bewusst.

© Terhi Dostal und Roope Gröndahl